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  Neukölln       
          

Die Menschen rund
um die Wederstraße

Die Mitwirkung der Bevölkerung
stellt den Erfolg der Erneuerung sicher

1997 lebten im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet rund 1.900 Menschen, etwa 200 Bewohner weniger als 1993. Der Rückgang geht auf den Abriß von Wohnungen und die Umsetzung der Mieter in Vorbereitung des Autobahnbaus zurück.
     Die Bevölkerungzahl wird voraussichtlich wieder wachsen, da im Gebiet erhebliche Neubaupotentiale vorhanden sind. Wenn alle geplanten 531 Wohneinheiten realisiert werden, könnte sie um etwa 1.000 steigen.
     Im Untersuchungsgebiet Wederstraße lebten 1993 überdurchschnittlich viele Bewohner (69 Prozent), die jünger als 45 Jahre waren. Nur neun Prozent waren über 65 Jahre; das sind sechs Prozent weniger als der Durchschnitt in der Westhälfte Berlins. Bis 1997 nahm der Anteil der Senioren über 65 Jahre um ein weiteres Prozent ab und der Anteil der zwischen 7- und 17-jährigen um 1 Prozent zu.
     In fast jedem dritten Haushalt leben zwei und mehr Kinder. Der Anteil der Einpersonenhaushalte ist deutlich niedriger (35 Prozent) als im Berliner Durchschnitt (ca. 55 Prozent).
     Etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind Ausländer, von denen die Hälfte schon über zehn Jahre lang im Gebiet wohnt.

Altersverteilung im Sanierungsgebiet am 30.06.1997

     Auch bei der Erwerbssituation unterscheidet sich das Sanierungsgebiet Wederstraße von anderen Gebieten in Berlin. Rund jeder sechste der befragten Haushalte war 1993 von Arbeitslosigkeit mindestens eines Familienmitgliedes oder durch unsichere Erwerbsverhältnisse betroffen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug im Frühjahr 1993 rund 18 Prozentwährend sie in der Westhälfte Berlins bei 11 Prozent lag. Die dramatische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat im Mittel die Erwerbslosigkeit um weitere 2 Prozentpunkte ansteigen lassen.


In der Hermannstraße und auch innerhalb des Sanierungs-
gebietes zwingt der Verkehr die Menschen zu strenger Ordnung.

Doch Kinder müssen auch mal toben –
demnächst wird es dafür noch mehr Grünflächen geben.

     Die Meinung der Bewohner

1993 wurde im Rahmen der Sozialstudie auch die Einstellung der Betroffenen zu ihrem Gebiet erhoben.
     Die jahrzehntelange Planungsunsicherheit, die schlechten Wohnverhältnisse, die Belastungen durch Verkehr und Gewerbe, die Defizite im Bereich sozialer Einrichtungen und Grünflächen sowie das schlechte Image des Gebietes führten bei rund der Hälfte aller Befragten zu dem Wunsch, aus dem Umfeld der Wederstraße wegzuziehen.
     Bei der Befragung sprachen sich im gesamten Gebiet die Bewohner mehrheitlich für den Autobahnbau aus. Mehr als die Hälfte der Befürworter erwartete eine für die Umgebung verträgliche Bauausführung. Der Anteil der Befürworter lag außerhalb des Trassenbereichs höher als innerhalb. Hierbei spielten neben der geringeren unmittelbaren Betroffenheit auch Hoffnungen auf eine Verringerung der gegenwärtigen Belastungen durch den Gewerbeverkehr eine Rolle.

W i r  g e s t a l t e n  m i t

Betroffenenvertretung Wederstraße


Wir, die Betroffenen, ob Mieter, Hauseigentümer, Gewerbetreibende oder Beschäftigte im Sanierungsgebiet, kennen die Probleme am besten. Die planten Maßnahmen der Sanierung sind für unser Leben, unsere Arbeit, unsere Zukunft und möglicherweise unsere Existenz entscheidend.
     Im März 1994 wurde auf Betreiben des Bezirks für das Sanierungsgebiet Wederstraße eine Betroffenenvertretung gewählt. Sie soll als Mittler zwischen Verwaltung und Bürgern fungieren. Die Betroffenenvertretung kann
• im Sanierungsbeirat mitwirken,
• Gutachter vorschlagen,
• in Wettbewerbsgremien mitberaten,
• Zusammenkünfte der Bewohner einberufen,
• die Planungsunterlagen für das Gebiet einsehen,
• Empfehlungen, Bedenken und alternative Vorstellungen zu den Sanierungsmaßnahmen vortragen und
• Öffentlichkeitsarbeit betreiben oder an ihr mitwirken.

     Die Arbeit der Betroffenenvertretung war bislang äußerst schwierig. Wir wurden oft unzureichend informiert. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn wurden wir mit vollendeten Tatsachen konfrontiert. Die Aufgaben im Sanierungsgebiet spielten, auch infolge reduzierter Baumaßnahmen aufgrund der leeren Haushaltskassen, bisher nur eine nachrangige Rolle. Im August 1996 mußten wir sogar mit der Einstellung unserer Arbeit drohen, damit das Vorortbüro erhalten blieb.
     Auch dauerte es unverständlich lange, bis ein Sanierungsbeauftragter durch den Senat bestellt wurde. Erst im August 1997 wurde die Brandenburgische Stadterneuerungsgesellschaft mbH (BSG) beauftragt.1998 werden wir zusammen mit dem Sanierungsbeauftragten folgende Themen bearbeiten:
• Für die (vorzeitige) Entlassung einzelner Grundstücke aus dem Sanierungsgebiet, insbesondere die Erhebung von Ausgleichsbeträgen, fehlt eine klare Regelung. Das wollen wir klären.
• In Zusammenarbeit mit den Gewerbebetrieben im Gebiet und der Berliner Stadtreinigung (BSR) wollen wir ein alternatives Müllkonzept mit wissenschaftlicher Unterstützung Berliner Universitäten entwickeln.
• Für einen Block soll modellhaft mit ansässigen Betrieben und unterschiedlichen Anbietern ein Energiekonzept entwickelt werden. Wir wollen dabei den Einsatz eines umweltverträglichen Blockheizkraftwerks (BHKW) prüfen.
• Der Grünzug auf der Tunneldecke der Autobahn wird bis zum Jahr 2000 realisiert werden. Wir wollen uns frühzeitig in die Detailplanung einmischen.
• Der Verkehr wird auch nach dem Bau der Autobahn ein bestimmender Faktor im Gebiet bleiben. Bisher fehlt jedoch ein umsetzbares Verkehrskonzept. Wir werden in Absprache mit den Anwohnern und den Betrieben Lösungen diskutieren.
• Im Sanierungsgebiet nimmt der Leerstand von Wohn- und Gewerberäumen zu. Dem wollen wir entgegenwirken.
Zu den einzelnen Themen werden wir Informationsveranstaltungen durchführen.
     Aber darauf müssen Interessierte nicht warten, denn unsere Versammlungen sind öffentlich. Jeder kann seine Sorgen und Anregungen vortragen und mit uns nach Lösungen suchen. Die Betroffenenvertretung will die Zukunft unseres Gebiets aktiv mitgestalten. Wir wünschen uns deshalb eine intensive Mitarbeit aller Betroffenen, denn: Gemeinsam können wir mehr bewirken.


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