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  Neukölln       
          

65 Jahre Autobahnplanungen
für die Wederstraße

Der Bau der Autobahn beendigt eine
lange Phase der Planungsunsicherheit



Seit 65 Jahren wird die Autobahn geplant. Dies dokumentieren die Planungen:


Verkehrsspinne 1934 und Stadtautobahnplanung 1964.


Bereits seit den dreißiger Jahren, zu Beginn des Autobahnbaus in Deutschland, sollte eine Trasse durch das Gebiet Neukölln-Wederstraße führen (Verkehrsspinne 1934). Dieses Konzept wurde nach dem Krieg 1946 in den "Kollektivplan" von Hans Scharoun als Schnellstraße bzw. Stadtautobahn aufgenommen. Die Trassenführung über den Emmaus-Friedhof und die Wederstraße zur Buschkrugallee blieb unverändert. Durch die politische Situation und engagierte Bürgerproteste wurde 1976 die Planung des Autobahnrings um das historische Berliner Zentrum zunächst aufgegeben.
     Die Vereinigung Deutschlands und die neuen Hauptstadtpläne schufen dann jedoch auch bei der Autobahnplanung eine veränderte Situation: der Stadtring soll geschlossen und der Südring von einst weiter über Treptow, durch Friedrichshain, Prenzlauer Berg bis zum Wedding (Seestraße) geführt werden. Zu großen Teilen als Autobahn, zu Teilen als Schnellstraße.
     Ein wichtiger Schritt bei der Schliessung des Stadtrings ist der 2,7 Kilometer lange 14. Bauabschnitt der Stadtautobahn (BAB A 100 Neukölln) vom Autobahndreieck Tempelhof bis zur Buschkrugallee. Ein Anschluß östlich der Buschkrugallee an die BAB A 113 in Richtung Südosten entlang des Teltowkanals zum Flughafen Schönefeld und zum Berliner Autobahnring ist in Vorbereitung.
     Wegen des Emissionsschutzes, zur besseren städtebaulichen Einbindung und insbesondere zur Optimierung der Ausgleichsmaßnahmen verläuft der Autobahnabschnitt zwischen Rungiusstraße und Gottlieb-Dunkel-Straße in einem 1713 Meter langen Tunnel.
     Der Straßenzug Hermannstraße Britzer Damm wird einseitig durch Abfahrten im Westen an die BAB A 100 angeschlossen. Die Karl-Marx-Straße und die Buschkrugallee erhalten ebenfalls zunächst nur einseitig in westlicher Richtung je eine Auffahrts- und Abfahrtsrampe zur Autobahn. Im Zuge des folgenden 15. Bauabschnitts ist jedoch auch der Ausbau zu einer vollständigen Anschlußstelle mit je zwei Aus- und Auffahrten vorgesehen.


Die Autobahntrasse im Januar 1998


     Freimachung der Trasse

     Beitrag der BfS-Mieterberatungsgesellschaft

Eher beiläufig berichteten die Berliner Zeitungen am 29.02.1996 darüber, daß der 14. Bauabschnitt der Berliner Stadtautobahn zwischen dem Dreieck Tempelhof und der Buschkrugallee gebaut werde.
     Das Bundesverwaltungsgericht hatte in erster und letzter Instanz die Klagen mehrerer Anlieger gegen den Planfeststellungsbeschluß vom September 1995 abgewiesen.
     Auf dem 2,7 Kilometer langen Abschnitt sollten 75 Häuser mit rund 160 Mietern, eine Vielzahl von Gewerbetreibenden sowie zwei Kleingartenkolonien dem Autobahnbau weichen.
     Zur Unterstützung der Wohnungsmieter und der selbstnutzenden Grundstückseigentümer beauftragte das Bezirksamt Neukölln das Büro für Sozialplanung. lm Vordergrund der Beratungs- und Betreuungstätigkeit stand eindeutig die Versorgung der Mieter mit Ersatz-Wohnraum.
     Senatsverwaltungen, Bezirksamt, Betroffenenvertretung und Mieterberatung verständigten sich darauf, daß auch für die Mieter im Trassenbereich die bewährten sozialverträglichen Lösungen des Sozialplanverfahrens, das für Sanierungsgebiete gilt, Anwendung finden sollten. Das bedeutete nicht nur die Versorgung der Betroffenen mit preiswertem Wohnraum in mit öffentlichen Mitteln sanierten Altbauten, sondern noch weitere Vergünstigungen: So konnten Umzugskosten erstattet werden, und zwar sowohl bei der Versorgung mit einer endgültigen neuen Wohnung als auch mit einer Zwischenumsetzwohnung. Außerdem konnten mietereigene Einbauten zum Zeitwert entschädigt werden. In einigen Fällen erfolgte sogar die Übernahme von Mietdifferenzen zwischen alter und neuer Miete.
     Frühzeitig vor dem Abriß erfolgte die schriftliche Kontaktaufnahme zu den Mietern. ln 156 Einzelgesprächen wurden die individuellen Wohnungswünsche hinsichtlich Wohnungsgröße, Anzahl der Zimmer, Ausstattung und Lage der Ersatzwohnung ermittelt.
     Die Gleichstellung der vom Autobahnbau betroffenen mit sanierungsbetroffenen Mietern hatte den positiven Effekt, daß eine Versorgung mit öffentlich gefördertem Wohnraum möglich war. Der größte Teil der erforderlichen Wohnungen konnte durch die Stadt und Land Wohnbauten GmbH zur Verfügung gestellt werden. Umzugskosten sowie mietereigene Einbauten wurden durch Stadt und Land erstattet.
     Nicht immer war es möglich, kurzfristig die gewünschten familiengerechten Wohnungen bereitzustellen. Letztendlich wurde aber in jedem Einzelfall eine Lösung gefunden. Auch gewünschte Haushaltsteilungen wurden berücksichtigt, so daß teilweise die erwachsenen Kinder mit eigenen Wohnungen versorgt werden konnten.
  In Einzelfällen waren Mieter nach einiger Zeit mit ihrer neuen Wohnung nicht mehr zufrieden. Aber auch hier gelang es, unkonventionelle und pragmatische Lösungen zu finden.
     Dennoch war es für einige Bewohner des Gebietes nicht leicht, ihre angestammte Wohnumgebung zu verlassen. Dies trifft insbesondere für die in ihren eigenen Häusern wohnenden Grundstückseigentümer zu. Es bleibt zu hoffen, daß auch für diesen Personenkreis die gefundenen Lösungen nach einer gewissen Umstellungsphase zufriedenstellend sein werden.


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