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(Lehmgebäude)
            

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  Neukölln       

_  Der Baustoff Lehm

  
 

 
Detail Lehm und Holz   
Bauen in Lehmbauweise entspricht den Ansprüchen des nachhaltigen Bauens. Das Lehmgebäude steht aber auch für die Modernität des Baustoffs Lehm, d.h. für die allgemeine Anwendbarkeit im modernen Hochbau. In Neubritz wurde das Holzständerwerk mit Lehm ausgefacht und anschließend zweischichtig verputzt. Auf diese Weise wurde eine fein gekörnte und farblich abgestimmte Oberfläche geschaffen. Es wurden so genannte Grünlinge verwendet - Lehmsteine, die als Rohling nach der Formgebung nicht gebrannt (Lehmziegel), sondern an der Luft oder künstlich getrocknet werden.

Der Baustoff Lehm zeichnet sich durch viele positive Eigenschaften aus. Lehm ist offenporig, hygienisch, absorbiert Luftfeuchte, bindet Schadstoffe, dämpft hoch frequente Strahlung und fördert dadurch ein angenehmes Raumklima. Lehm erreicht seine Festigkeit allein durch das Trocknen, er muss also nicht durch chemische Beigaben gebunden werden.

Seine besonderen Eigenschaften im Einzelnen:

Lehm ist wasserlöslich: Lehm setzt sich aus Sand und Ton zusammen. Im Ton befinden sich Minerale, die durch ihre elektrische Bindungsfähigkeit die gröberen Bestandteile des Materials zusammenhalten. Durch Wasserzugabe kann Lehm wieder verformt werden. Der Baustoff ist auf diese Weise flexibel modulierbar und beliebig oft wieder verwendbar.

Lehm ist recycelbar: Lehm kann zur Entsorgung direkt an die Natur zurückgegeben werden, da dem Baustoff keine chemischen Zusätze beigemischt werden. Bei der Herstellung entstehen keine Abfallprodukte. Lehm belastet im Gegensatz zu anderen Baustoffen die Umwelt nicht als Bauschutt.

Lehm schafft ein angenehmes Raumklima: Der Mensch benötigt ca. 50-70% Luftfeuchtigkeit, damit seine Schleimhäute bzw. Atmungsorgane optimal funktionieren. Lehm kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese bei Bedarf schnell wieder abgeben. Dadurch reguliert er die Feuchtigkeit der Raumluft und trägt somit zu einem gesunden Raumklima bei. Lehm hält die Ausgleichsfeuchte bei etwa 50%. Diese Aufnahmefähigkeit liegt an der Ionenspannung des Lehms, die einerseits ein großes Reservoir an Luftfeuchtigkeit und andererseits auch Fremdionen ins Molekulargefüge aufnehmen kann. Über die so genannte Ionenbindungskapazität können sich an den in den Tonmineralen vorhandenen freien Bindungen Schadstoffe ablagern. So können auch giftige Gase durch die Poren des Baustoffes aufgenommen werden, die nur mit großer Hitze wieder freizusetzen sind.

Lehm speichert Wärme: Das spezifische Gewicht des Baustoffs ist hoch. Deshalb eignen sich Lehmwände oder Lehmputze zur Speicherung von Wärme sowie zur Dämmung von Schall. Beim Aufnehmen und Verdampfen von Wasser laufen im Lehm thermische Reaktionen ab. Wärmeenergie wird entsprechend aufgenommen und abgegeben. Dies zieht einen geringeren Heizbedarf nach sich.

Lehm schützt vor Strahlung: Lehm ist in der Lage, hoch frequente elektromagnetische Strahlung abzuschirmen. Er kann somit vor möglichen negativen Einflüssen durch Mobilfunkanlagen oder schnurlosen Telefonen schützen.

Lehm ist ästhetisch wertvoll: Besondere Reize entfaltet naturbelassener Lehm bei unterschiedlichem Lichteinfall.


Kosten

Die Ausfachung der Tragwerkskonstruktion des Gebäudes in Neubritz hat für das Lehmmauerwerk rund 39 EUR/qm und für den Lehmputz etwa 25 EUR/qm gekostet. Zum Vergleich: Für das Mauern einer in sich stehenden Kalksandsteinmauer schlagen etwa 42 EUR/ qm und für das Verputzen 29 EUR/qm zu Buche.