NEUBRITZ - HOME

SANIERUNGSGEBIET
WEDERSTRASSE     
       

PROJEKTE                   

AKTEURE UND         
ANSPRECHPARTNER 

A R C H I V                
SANIERUNGSZEITUNG 
leben in Neubritz 7    
Aus dem Rathaus        
Impulse für den           
Carl-Weder-Park         

Kultur-Bunker              
Rückblick auf das Fest
am Rungius-Eck         

Lehm-Haus                   
Die Zürich-Grundschule
im neuem Gewand       

Rahmenplan des Gebiets
Gewerbegebiet             
Erholungsgebiet           
Kinder bewegen           
Kiezgeschichte             
Glosse                         
Sanierungswörterbuch 
Aktuelles / Adressen      
BROSCHÜREN            
P R E S S E                   
INFO-MAPPE              

AKTUELLES / SUCHE

KONTAKT                  
IMPRESSUM            


  Neukölln       
          
Impulse für den Carl-Weder-Park

Impulse für den Carl-Weder-Park

Impulse für den Carl-Weder-Park
Der hellblaue Werkstattcontainer ist wieder von seinem Platz im Park an die Bürgerstraße gesetzt worden. Damit sind die vom Fachbereich Stadtplanung initiierten und finanzierten Aktionen der Werkstatt für Veränderung im Jahr 2004 zu Ende gegangen.
Unter dem Titel „über uns die Sterne und unter uns die Autobahn“ war in diesem Jahr die Nacht im Park das Thema.
Die Dunkelheit hat zwei Seiten: Einerseits ist es im Dunkeln unheimlich, mancher fürchtet sich, nachts den Park zu durchqueren. Andererseits bringt die Dunkelheit auch nächtliche Ruhe mit sich, gedrosselte Aktivität und einen etwas besseren Blick auf die Sterne.

Zwischen dem 13. August 2004 und dem 4. September 2004 wurden unterschiedliche Lichtsituationen geschaffen.
Zum Auftakt mit Harfenspiel (Vida Izadi) und einem Vortrag über den nächtlichen Sternenhimmel (Thomas Nobiling) habe ich 500 Knicklichter verteilt, die wie Glühwürmchen glitzern sollten. Und wie im Märchen „Hänsel und Gretel“ verschwanden sie wie die Brotkrumen, die Gretel zur Orientierung ausgestreut hatte. Durch den nächtlichen Park huschten kichernde Kinder mit ausgebeulten, leuchtenden Hosentaschen…
In der darauf folgenden Woche hatte ich mit der Dortmunder Künstlerin An Seebach am Container eine Lichtwerkstatt eingerichtet. Täglich arbeiteten wir gemeinsam an der Entwicklung einer großen Lichtskulptur aus Papier, zu der jeder beitragen konnte, der gerade vorbei kam. Zur „Lampionlounge“ wurde daraufhin am 21. August eingeladen, Das große Lichtobjekt leuchtete unter der Pergola. Davor konnte man im Liegestuhl sitzen und Musik hören.
Am 28. August verwandelte sich der Park in einen nächtlichen Lesesaal. Dazu hatten sich Vorleser eingefunden, um im Schein der eigens für diesen Abend installierten Wohnzimmerlampen an den Bänken vorzulesen. Sie hatten eine Menge Bücher mitgebracht – gelesen wurde auf Wunsch auch in türkischer und arabischer Sprache.

Werkstatt für Veränderung

Ich habe mich besonders für den „Lampengeschmack“ des Stadtteils interessiert und Lampen fotografiert oder abgezeichnet, um für diesen Abend eine ganz typische Auswahl zusammenzustellen. Einige der Lampen haben mir Anwohner ausgeliehen.
In ihrer Gesamtheit gaben sie dem Park ein verändertes Erscheinungsbild. Es wirkte so, als seien die Stehlampen für einen Abend aus den benachbarten Wohnzimmern in den Park gewandert um dorthin ein Stück der Atmosphäre der Räume zu transportieren.
Für den 4. September hatte ich dazu eingeladen, mit Taschenlampen oder anderen Lichtquellen in den Park zu kommen. Viele Anwohner waren der Einladung mit unterschiedlichen Lichtquellen gefolgt. Es gab sehr helle Scheinwerfer, blinkende Herzen, Laternen und Minitaschenlampen.
Jemand hatte Wunderkerzen dabei. Alle versammelten sich für eine Stunde unter Bäumen. Da es keine Anweisungen gab, bemühten sich alle, ihre Lichter zu koordinieren und schafften dadurch einen besonderen Moment der Konzentration. Die Situation erinnerte mich an ein Theaterstück, bei dem Schauspieler und Publikum identisch sind. Bemerkenswert war auch an diesem Abend wie an den vorhergegangenen die friedliche Atmosphäre.
Noch bis in die Nacht saßen viele in verschiedenen Grüppchen in den Liegestühlen.

Die Werkstatt für Veränderung ist aus dem Gedanken heraus entstanden, dass die weitere Gestaltung des Parks zu einem großen Teil von seiner Benutzung abhängt. Veränderungen können nur von den Anwohnern kommen. Alle Aktivitäten, die ich als Künstlerin im Rahmen dieses Projekts entwickelt habe und entwickeln werde, sind Angebote.
Sie sind so konzipiert, dass ein Ereignis nur daraus werden kann, wenn Menschen sich daran beteiligen.
Im Rahmen von „über uns die Sterne und unter uns die Autobahn“ sind einige solcher Ereignisse gemeinsam geschaffen worden.

Impulse für den Carl-Weder-Park

Impulse für den Carl-Weder-Park
 

Seraphina Lenz                            

SeitenanfangStand: November 2004