NEUBRITZ - HOME

SANIERUNGSGEBIET
WEDERSTRASSE     
       

PROJEKTE                   

AKTEURE UND         
ANSPRECHPARTNER 

A R C H I V                
SANIERUNGSZEITUNG 
leben in Neubritz 7    
Aus dem Rathaus        
Impulse für den           
Carl-Weder-Park         

Kultur-Bunker              
Rückblick auf das Fest
am Rungius-Eck         

Lehm-Haus                   
Die Zürich-Grundschule
im neuem Gewand       

Rahmenplan des Gebiets
Gewerbegebiet             
Erholungsgebiet           
Kinder bewegen           
Kiezgeschichte             
Glosse                         
Sanierungswörterbuch 
Aktuelles / Adressen      
BROSCHÜREN            
P R E S S E                   
INFO-MAPPE              

AKTUELLES / SUCHE

KONTAKT                  
IMPRESSUM            


  Neukölln       
          
   Glosse
Mont Klamott

Meene Neese kiekt jenau uffn Block 309. Vor zehn Jahrn hab’ ick da an een Abend Musike jehört und bin uff Balkonien jejangen, um ma zu kieken, wat los is. Jejenüber bei die Firma Doka – die haben in Jerüste jemacht – ham se jeschwooft. Wat ick nich wusste is, det det ihr Abschiedsfest jewesen is. Bald darauf sind se wegjemacht, jenau wie Firma Hunold, die vorher da jewesen war. Nu stand det Jelände leer und wie det so is, habm die Jörn allet zerkloppt. Ick hatte schon Angst, det mir der olle Schuppen uffn Kopp fällt, wenn ick da durch bin, um bei Feinkost Albrecht einzukoofen. Die janzen Tauben von die Baustelle von det Altersheim in die Delbrückstaße sind da hin jeflüchtet und habn vis-a-vis Asyl jenommen. Sie, ick saje ihn’, det war ne Plage: Hunderte Tauben ham jejurrt und allet volljekleckat. Uff’m Sims vor meener Schlafritze ham se jehockt, det ick nich poofen konnte. Meene jeliebtn Jeranien ham se ruiniert mit det, wat se hinter sich jelassen habn. Stelln se sich ma vor, eene olle Oma füttert die Flugsaurier och noch. Meen Nachbar wollte sich vom juten Kumpel ne Schrotflinte ausborjen und die janzen flijenden Ratten abknallen, aber det jeht denn doch nen kleenet bisken zu weet.

Ne Weile hatt’n wa üba Aldi sojar eene Moschee. Denn sind welche jekomm’ und ham jewerkelt und jepinselt, weil se hier für Döner Kebap Schafe schächtn wolltn. Wat’n Jlück, det dit nix wurde! Kurz warn ooch noch so kleene Firm’m drinne, bis se de janzen Jebäude zusamm’ jeschob’n habn. Wie sich det jehört, ham se den Schutt jetrennt und in‘ne Mitte wuchs een janz jewaltjer Mont Klamott. Der war so urst hoch: Wenn ick sajen würde, wie hoch – denn gloobt mir det sowieso keener.

Wenn de jedacht hast, det se den abjefahrn hättn, wo se mit die Buddelei fertig warn, haste Dir aber jewaltig in’n Finger jeschnippelt: Im Herbst wurde det nen Ausloofjebiet für die jeliebten Vierbeener. Von der jefällt’n Pappel wuchsen Triebe durch den Jehweg, det et aussah, als hätte der Druide Miraculix Zaubersamen ausjestreut. Im Winta sind Kinder uff Mont Klamott jerodelt und im Frühjahr wurde der Neubritza Berg von die Natur janz alleene bejrünt. Wat war passiert? Et wurden Schadstoffe jefunden, die von die Farbenfabrik Max Werk stammt’n, die janz früher mal uff dem Jelände war. Im Somma wurde eene Deponie jefunden, wo se det Zeugs hinjebracht ham’. Mont Klamott wurde abjetrajen und een „Überjangsjrün“ ausjesät, weil hier eenet schön’n Tages mal ne Kita jebaut werd’n soll. Also, wenn Se mir frajen, denn sollten se hier lieber een Altersheim bau’n. Denn so lange, wie det Jebäude schon einjerüstet is und wie lange det dauert, um den Zaun zu ziehn, sind die Kinder schon ‘n bisken älter, wenn se mit dem Neubau fertig sind.

Bertil Wewer                              
SeitenanfangStand: November 2004