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  Neukölln       
          
Gewerbegebiet

Ohne Lehm nichts los

Seit der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes Ende 1995 ist geplant, die nach dem Autobahnbau verbliebenen landeseigenen Restflächen zwischen der Tunnelausfahrt und der Juliusstraße einer gewerblichen Nutzung zuzuführen und damit das Angebot an Gewerbeflächen in Neubritz zu ergänzen. Die direkte Anbindung an den Autobahnanschluss Buschkrugallee – der inzwischen sogar schon bis zur Späthstraße und absehbar bis Schönefeld reicht – trägt zu einer besonderen Attraktivität dieser Lage bei.

Zuerst wurde das Konzept verfolgt, einen mehrgeschossigen Gebäuderiegel entlang der Autobahn zu errichten. Nachdem jedoch die Zeit der großen Investoren vorüber war, ohne dass sich jemand für diese Fläche interessiert hatte, hat sich der Fachbereich Stadtplanung ab Anfang 2002 mit Nachdruck der Entwicklung dieser Fläche angenommen.

Am Anfang standen Recherchen zur Art tatsächlich benötigter und vermarktbarer Gewerbeflächen. Dabei erwies sich die massive Riegelbebauung im Hinterland als nicht marktfähig und zum Immissionsschutz einer Gewerbefläche nicht notwendig. Auch die Konzepte der großen mehrgeschossigen Gewerbehöfe sowie der Handwerkerhöfe nach dem sogenannten „Hamburger Modell“ gelten als nicht zukunftsfähig.

Die wesentlichen Impulse zur Veränderung des Ansiedlungskonzeptes kamen von Herrn Gruschke, der bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft jahrzehntelange Erfahrung in der Ansiedlung von Gewerbebetrieben in Berlin hatte. Seine Information war richtungweisend, dass in Berlin eine jährlich konstant große Nachfrage nach Gewerbeflächen in der Größenordnung bis 3500 m2 besteht, die sich allein aus der Bestandsentwicklung kleiner und mittelständischer Unternehmen ergibt. Unsere Fläche mit Autobahnanschluss ist dafür ideal. Nach diesem entscheidenden Hinweis wurde das Konzept für die Gewerbefläche vollkommen geändert und so entstand das Projekt des „Gewerbegebiets Neubritz“.
Das neue Ziel besteht seitdem in der Entwicklung und planungsrechtlichen Sicherung eines Gewerbegebiets (GE) mit einzelnen Parzellen und 1- bis 2-geschossigen Baukörpern ohne Vorgaben zur baulichen Stellung und Gestaltung. Die Aufgabe der Projektentwicklung hat der Fachbereich Stadtplanung unter fachkundiger Begleitung selbst in Angriff genommen. Im April 2003 wurde das Planungsbüro Baasner, Möller & Langwald, das sich auf die Entwicklung von Gewerbeflächen spezialisiert hat, mit der planerischen Konkretisierung und Begleitung der Projektentwicklung beauftragt.

Inzwischen ist die Erschließung der Brachflächen und damit das Grundgerüst der Parzellierung einschließlich aller technischen Fragen geklärt. Eine Erschließungsstraße mit Wendehammer wird über das Grundstück Juliusstraße 69 geführt, das zu diesem Zweck vom treuhänderischen Sanierungsträger Berlins (LBB-GEG) erworben wird. Das Gebäude wird durch den Bezirk entmietet und dann abgerissen. Die Umsetzung der Mieter hat bereits begonnen. Der Abriss des Hauses und der Bau der Erschließungsstraße sollen im Jahre 2005 erfolgen.
Die Erschließungsstraße wird als öffentliche Straße mit allen modernen Medien errichtet und ist so konzipiert, dass sie dem zu erwartenden Gewerbeverkehr genügt. Da aber bereits die Juliusstraße recht schmal ist, sollte der regelmäßige Gewerbeverkehr LKW mit 7,5 t nicht überschreiten. Die Schleppkurven reichen aber auch für Sattelschlepper aus.

Die Zielgruppe für die neuen Gewerbeparzellen sind Firmen aus den Bereichen Produktion/Produktionsorientierte Dienstleistungen/Handwerk mit einer nicht sehr hohen Kundenfrequenz. Damit stehen auch erstmals Flächen für die Verlagerung von Betrieben im Sanierungsgebiet zur Verfügung, die aufgrund ihres Störpotenzials oder zu erwartender Nutzungskonflikte nicht am alten Standort verbleiben können.

Mit der Verkaufs- und Baureife für die Gewerbeparzellen wird ab Herbst 2005 gerechnet. Der Grundstückspreis liegt bei ca. 100,- 7/m2. Eigentümer der Fläche ist der Bezirk Neukölln, der Verkauf erfolgt im Auftrag des Bezirks durch den Liegenschaftsfonds Berlin. Es können und sollen noch in diesem Jahr Vorverträge mit Interessenten abgeschlossen werden. Die benötigten Gebäude sind von den Erwerbern selbst zu errichten; gestalterische Vorgaben dafür gibt es nicht.

Die große Nachfrage nach den Gewerbeparzellen – auch aus dem Sanierungsgebiet selbst – hat Herrn Gruschke recht gegeben. Aber es gibt noch freie Parzellen; Interessenten wenden sich bitte an den beauftragten Planer: Baasner, Möller & Langwald.
Iris Rogoll                                 

Nachruf für Helmut Gruschke und Reiner Brüning

Wenn wir in diesen Wochen die letzten Planungsschritte zur Erschließung des „Gewerbegebiets Neubritz“ abstimmen, das im nächsten Jahr realisiert werden soll, dann fehlen uns zwei Kollegen, die – jeder in seiner Weise wesentlichen Anteil an der Entwicklung dieses Projekts hatten.
Helmut Gruschke von der Senatswirtschaftsverwaltung verdanken wir die entscheidenden Hinweise für eine praxisgerechte Neu-Orientierung des Konzepts für das „Gewerbegebiet Neubritz“ – wie auch in nebenstehendem Artikel näher ausgeführt wird.
Reiner Brüning hatte in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Aufgabe, Gewerbebetriebe bei der Verlagerung an einen neuen Standort zu beraten. Auch hier in Neubritz werden sich einige Betriebe an seine freundliche Unterstützung erinnern.
Durch plötzlichen Herztod sind beide unerwartet aus dem Leben gerissen worden. Helmut Gruschke war schon seit einem guten Jahr im wohlverdienten Ruhestand. Reiner Brüning stand mit Anfang fünfzig noch mitten in seiner dienstlichen Tätigkeit.
Wir wollen das Projekt im Sinne der engagierten Arbeit der beiden Kollegen vollenden und hoffen, dass sie stolz darauf gewesen wären, wenn sie es hätten miterleben dürfen.
Michael Wend                              
 

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Stand: November 2004