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  Neukölln       
          
Untersuchungen zum
Verkehrskonzept

Mit der Eröffnung der Autobahn werden sich die Verkehrsströme und das Verkehrsverhalten in Neubritz dauerhaft verändern. Um hierauf reagieren zu können, hat das Bezirksamt Neukölln eine umfangreiche Untersuchung durch das Verkehrsplanungsbüro GRI in Auftrag gegeben. Ziel ist es, das vorhandene Gewerbe bei gleichzeitiger Verträglichkeit mit dem Wohnen im Kiez durch ein ausgewogenes Verkehrskonzept zu stärken und die Verkehrssituation im Sanierungsgebiet Wederstraße zu verbessern. Im Hinblick auf die Umstrukturierung soll berücksichtigt werden, dass sich der Westen eher zum Wohngebiet und der Osten an der Autobahnausfahrt zum Gewerbestandort entwickeln soll. Dabei soll eine angemessene und verträgliche Erschließung für Anwohner und Gewerbetreibende sichergestellt werden. Zum Beispiel sollen durch Verkehrsberuhigung der Durchgangs- und Schleichverkehr verringert, die verkehrlichen Auswirkungen des geplanten Gewerbehofes verträglich bewältigt, der Gewerbeverkehr vom Anwohnerverkehr möglichst getrennt und der ruhende Verkehr in Teilbereichen neu geordnet werden.
     Vor der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse müssen Untersuchungen durchgeführt werden. Hierzu gehören die Bestandsaufnahme im fließenden und ruhenden Verkehr ("Verkehrszählungen") sowie der vorhandenen Straßen, Prognoseberechnungen zu Verkehrsaufkommen und -verteilung und die Überprüfung der Leistungsfähigkeit und Verträglichkeit des Verkehrssystems. Die Ergebnisse führen zu einer Aufschlüsselung der Verkehrsmengen nach Verkehrsarten (Pkw-, Öffentlicher Personennah-, gewerblicher, Schwerlast-, ruhender, Fahrrad- und Fußgängerverkehr). Nach der Erhebung und Auswertung der Daten wird ein Handlungskonzept mitsamt Maßnahmenkatalog entwickelt.
     Jedes Verkehrskonzept beginnt mit einer gründlichen Bestandsaufnahme und Analyse der Verkehrssituation vor Ort. Durch Begehungen, Beobachtungen, Befragungen und Zählungen soll das Verkehrsgeschehen und -verhalten im Sanierungsgebiet genau erfasst werden. Die Verkehrsplaner hoffen dabei auf die Mithilfe der betroffenen Verkehrsteilnehmer und eine möglichst gute Verständigung zwischen den verschiedenen Interessengruppen; denn ein Verkehrskonzept ist nur so gut wie die ihm zugrundeliegenden Daten.
     Der Zeitpunkt der Erhebungen war im Oktober 2000 sehr günstig. Der Verkehr um das neue Teilstück der Stadtautobahn hatte sich eingependelt, weshalb auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung selbst an der neuen Stadtautobahn Zählungen durchführte. Um nicht doppelt zu erheben, wurden diese Daten weitergeleitet und mit den eigenen Erhebungen zeitlich abgestimmt.
     Die Zählung des fließenden Verkehrs erfolgte an ausgewählten Punkten im Gebiet zwischen Silbersteinstraße und Teltowkanal sowie Hermannstraße/ Britzer Damm und Karl-Marx-Straße/ Buschkrugallee. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Ost-West-Verbindungen in der Glasower Straße, Juliusstraße, Wederstraße, Bürgerstraße und Jahnstraße geschenkt.
     Bei der Parkraumerhebung wurden alle Orte, an denen zur Zeit Fahrzeuge abgestellt werden, aufgenommen und in Karten eingetragen um herauszufinden, wo, wie viele und wie lange Kraftfahrzeuge geparkt werden. Die Erhebungen zum fließenden und ruhenden Verkehr fanden immer an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr und außerhalb von Ferienzeiten statt, um sicherzustellen, dass die Daten verallgemeinerbar sind.
     Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie zukünftig einmal wieder den Verkehrszählern bei der Arbeit begegnen - egal ob die Zähler Sie zu Fuß, im fahrenden Auto oder am Parkplatz antreffen. Die Zähler sind nicht von der Polizei oder der Bauaufsicht, sondern Mitarbeiter des vom Bezirksamt Neukölln beauftragten Büros, der GRI, und sollen den tatsächlichen Bestand und Bedarf an Parkraum feststellen. Wir bitten Sie auch für unsere kommenden Untersuchungen um Ihre Bereitschaft, dem Erhebungspersonal auch den Zugang auf private Grundstücke zu gewähren.

Bodo Fuhrmann     
GRI Gesamtverkehrsplanung,     
Regionalisierung und     
Infrastrukturplanung mbH     



Priesterweg

In einer Karte von 1844 ist ein Weg verzeichnet, der die Dorfanger von Rixdorf und Britz miteinander verband. In dem Bebauungsplanentwurf für Neubritz von 1887, den wir in der 1. Ausgabe dieser Zeitung veröffentlichten, ist der Weg als Priesterweg bezeichnet. Auffällig ist dort bereits, dass das vorgesehene Bebauungsraster rechtwinklig angelegt ist und der heutige Priesterweg gänzlich verschwinden sollte. Wir sind der Frage nachgegangen, woher der Name dieses heute nur noch 130 m langen Teilstücks einer vormals offensichtlich wichtigen Verbindung stammt.
     Das Straßennamenverzeichnis für Neukölln, meist eine reiche Fundstelle für den historisch Interessierten, verweist nur auf den Begriff Priester als Mann der Kirche. Klarer wird die Benennung beim Blick in die Kirchengeschichte von Britz. Die Pfarrei von Britz umfasste noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Orte Tempelhof, Deutsch-Rixdorf und Osdorf. Und so ist es naheliegend, dass die direkte Verbindung zwischen den Dorfkirchen häufig, wenn nicht täglich von Priestern begangen wurde und der Name hierher rührt.
     Die Impressionen aus dem Priesterweg mit dem Blick für das Detail verführen zum genauen Hinschauen. So wie der Weg ein übriggebliebener Teil und Zeugnis der Geschichte ist, soll der Wert des Kleinen und meist Unbeachteten an dieser Stelle gewürdigt werden.


Horst Evertz, BSG


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