NEUBRITZ - HOME

SANIERUNGSGEBIET
WEDERSTRASSE     
       

PROJEKTE                   

AKTEURE UND         
ANSPRECHPARTNER 

A R C H I V                
SANIERUNGSZEITUNG 
leben in Neubritz 3     
Wohnen am
Carl-Weder-Park

Wohnen in Neubritz       
Untersuchungen zum Ver- 
kehrskonzept
,  Priesterweg
Schallschutz                     
Wohnprojekte, Übersicht  
Einzelne Wohnprojekte    
Wohnungsneubau am     
Britzer Damm                  

Wohnungsneubau am    
Carl-Weder-Park            
Schulgarten Rungiusstraße
Büro für Sozialplanung    
Fragen an Eigentümer   
und Mieter                     

Hinweise / Kiezgeschichten
Glosse / Nachlese          
Aktuelles                          
BROSCHÜREN            
P R E S S E                   
INFO-MAPPE              

AKTUELLES / SUCHE

KONTAKT                  
IMPRESSUM            


  Neukölln       
          

Arbeitsfelder des Büros für Sozialplanung (BfS)
im Sanierungsgebiet Wederstraße

Seit einigen Jahren können sich Mieter aus den beiden Neuköllner Sanierungsgebieten vom Büro für Sozialplanung (BfS) beraten lassen. Das Büro für Sozialplanung gibt Hilfestellungen in allen Fragen der Modernisierung und Instandsetzung von Wohngebäuden und bei Fragen zu Mieterhöhungen und Betriebskosten von Wohnungen außerhalb der öffentlichen Förderung.
     Darüber hinaus ist das Büro für Sozialplanung für die Belegungskontrolle öffentlich geförderter Wohnungen zuständig. Bei Neuvermietung von Wohnungen mit einer sogenannten Belegungsbindung wird geprüft, ob die neuen Mieter zum Kreis der Berechtigten gehören, die eine solche Wohnung beziehen dürfen. Berechtigt sind in erster Linie Neuköllner Sanierungsbetroffene, danach folgen Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein mit Dringlichkeit usw.
     Generell umfasst die Mieterbetreuung im Sanierungsgebiet Wederstraße Haushalte in Objekten, für deren Bewohner aus verschiedenen Gründen ein Sozialplan aufgestellt wird. Dieser Sozialplan dient dazu, nachteilige Auswirkungen der Sanierung im wirtschaftlichen oder sozialen Bereich für die Mieter zu vermeiden oder wenigstens zu mildern.
     In der Praxis verhält es sich so, dass betroffene Haushalte vom Büro für Sozialplanung angeschrieben und um eine Terminnennung für ein notwendiges Einzelgespräch gebeten werden. In diesen Einzelgesprächen wird ermittelt, welche Maßnahmenplanungen eventuell erforderlich sind, um eine bedarfs- und familiengerechte Wohnraumlösung zu schaffen. Der für die Zwischenumsetzung notwendige Wohnraum wird nach Absprache mit allen Verfahrensbeteiligten auch außerhalb des Hauses bereitgestellt. Außerdem wird geklärt, welche Mieter nach Abschluss der Maßnahmen in welche Wohnungen innerhalb des Hauses zurückziehen..
     Nach den Einzelgesprächen (erste Mieterbefragung) lädt der Bezirk zu einer Erörterungsveranstaltung ein. Diese findet im Beisein des Eigentümers oder eines Vertreters, des Architekten und der beauftragten Mieterberatung statt. Hier wird das Votum der Mieterbefragung und die bisherige Modernisierungsplanung zur Diskussion gestellt. Im Anschluss daran erfolgt die zweite Mieterbefragung, die kurzfristig zu einem abschließenden Mietervotum führt. Auf der Grundlage der beiden Mieterbefragungen wird der Sozialplan aufgestellt, der nach Zustimmung des Eigentümers vom Bezirk festgestellt und im weiteren Verfahren gegebenenfalls fortgeschrieben wird.

Ein Beispiel aus der Mieterbetreuung
     Eigentlich war bereits alles geklärt: Das Haus sollte freifinanziert modernisiert und instandgesetzt werden. Von allen Wohnungen im Haus sollte nur eine einzige auf den heute zeitgemäßen Ausstattungsstandard gebracht werden, über den die übrigen Wohnungen bereits verfügen. Zwei Mieterversammlungen mit den Mietparteien des Hauses wurden im Beisein aller Verfahrensbeteiligten durchgeführt und ergaben eine allgemein große Mitwirkungsbereitschaft. Das in den Abstimmungsgesprächen erzielte Ergebnis wird nach Abschluss der hausbezogenen Maßnahmen im kommenden Frühjahr zur Ausführung kommen.
     Der im Erdgeschoss wohnende Haushalt wollte den Umbau der Wohnung dazu nutzen, endlich in sein Haus außerhalb Berlins zu ziehen. Allerdings gab es für die Mieter dort noch einiges zu tun, um das Haus auf Dauer bewohnbar zu machen. Soweit so gut. Der Termin des Umzugs war bereits mit allen Verfahrensbeteiligten abgesprochen, so dass der Maßnahmenbeginn in den Bauablaufplan aufgenommen werden konnte. Plötzlich spielte aber die Gesundheit des Mieters nicht mehr mit. Ein kleiner Schwächeanfall sorgte für Aufregung. Der dringend notwendige Arztbesuch erbrachte die Gewissheit, dass ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich war. An einen Umzug ins Umland war da nicht mehr zu denken. Auch nicht an ein Verbleiben in der alten Wohnung, da man die Baumaßnahmen in der Wohnung zwar aussetzen, aber nicht die gesamte Baustelle stilllegen kann, was einem Genesenden wenig hilft. Also musste eine Ersatzlösung gesucht werden. Benötigt wurde eine kleine bezahlbare Erdgeschosswohnung, die über den zeitgemäßen Ausstattungsstandard verfügt. Erdgeschosswohnungen sind zwar eigentlich schwer zu vermieten, aber wenn eine solche dringend benötigt wird, ist plötzlich keine bezugsfrei. Mit Hilfe einer Neuköllner Wohnungsbaugesellschaft wurde man aber doch fündig: Eine kleine 2-Zimmerwohnung entsprach ganz den Wünschen der Mieter hinsichtlich des Ausstattungsstandards und der Miethöhe. Leider war die Wohnung malermäßig in keinem guten Zustand, so dass hier noch kurzfristig Abhilfe zu schaffen war. Der Bezirk gewährte – gemäß Sozialplanfortschreibung – noch einen Zuschuss zu den Herrichtungskosten, so dass der Mieter sich nun voll und ganz auf seine Genesung konzentrieren kann.
In diesem Fall konnte alles noch zu einem guten Ende geführt werden, nicht zuletzt Dank der tatkräftigen Unterstützung durch den betroffenen Haushalt.

Erwin Stüven, Büro für Sozialplanung     


Seitenanfang