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  Neukölln       
          

Pioniere in Neubritz

Der GSG-Gewerbehof Neukölln
 
Neubritz blüht auf, die alte neue Vorstadt feilt an ihren Potenzialen. Zum historischen Mix aus Wohnen und Gewerbe gesellen sich Gebäudesanierungen, neue Grünanlagen, neue Verkehrswege. Und mittendrin: der GSG-Gewerbehof Neukölln.
Morgens um halb vier erwacht die Welt, hier, im Gewerbehof zwischen der Juliusstraße 10 und der Glasower Straße 60. Die ersten Lieferungen der Deutschen Post vom Briefzentrum Schönefeld erreichen den Zustellstützpunkt. Seit 1998 erledigen 26 Angestellte die Sortierung und Zustellung der Post für Neukölln-Süd und Britz. Die zentrale Lage im Zustellbereich war mitentscheidend für die Deutsche Post, gerade hier ihre Zelte aufzuschlagen. Kurze Wege sichern die frühzeitige Verteilung - zum Wohle der Empfänger und der Zusteller.

Der Gewerbehof besteht aus einem Altbau mit L-förmigem Grundriss nebst aufgesatteltem Neubau sowie einem fünfstöckigen Solitärbau aus der vorherigen Jahrhundertwende. In diesem residiert seit April 1989 auf über 1000 qm die Firma Hefter, einer der größten Partyservices in Berlin. Mit seinen 40 Mitarbeitern ist das traditionsreiche, seit 1853 bestehende Unternehmen, Berliner Marktführer in der Lieferung kulinarischer Finessen an Privatkunden. Mit der Wende wurde der Standort für Herrn Chrapkowski, den Geschäftsführer von Hefter, noch interessanter. Denn für die täglichen Lieferfahrten ist es von Vorteil, aus der ehemaligen Westberliner Randlage näher an das Zentrum des vereinten Berlins gerückt zu sein. Das Firmenlogo an der Außenwand ist sanft umrahmt von Efeu und wildem Wein, die dem Gebäude eine liebliche Note verleihen.

Dies ist die Handschrift des inzwischen pensionierten Hausmeisters und Hobbygärtners Herrn Sersch. Seine Nachfolgerin, Frau Berger, führt sein grünes Erbe liebevoll weiter. Sie ist die sympathische Schnittstelle zwischen Mietern und Vermieter. Ab sechs Uhr früh sorgt sie für einen reibungslosen Tagesablauf und für den gepflegten Eindruck, den Gebäude und Außenanlagen hinterlassen. Neben den Kletterpflanzen wird der Hof mit Ebereschen, Pappeln, Eichen, Sommerflieder, Rosen, Lavendel und einigem mehr verschönert.

Die Mieterschaft ist, wie in Gewerbehöfen nicht unüblich, recht gemischt. Neben Deutscher Post und Partyservice sind auch drei Gesellschaften vor Ort, die sich sozialen Belangen widmen. So fördert der Lebensbaum e.V. vorwiegend die Freizeitgestaltung von Kindern und vermittelt berufliche Grundlagen an Jugendliche. Die CeWo GmbH arbeitet auf zwei Etagen mit rund 45 Mitarbeitern zum Wohle sozial Benachteiligter. Neben der Aufbereitung von Kinderspielzeug, Hausrat und Möbeln hilft die CeWo älteren Menschen in der Umgebung auch direkt bei der Bewältigung des Alltags. Der Kubus e.V. schließlich vermittelt Jugendlichen ausbildungsvorbereitendes Know-how in einer Tischlerwerkstatt. Als weiterer Mieter vertreibt und produziert die Ortho 2000 GmbH von hier aus ihren Orthopädie- und Rehabedarf.

Die Mieter fühlen sich aus verschiedenen Gründen wohl im Hof. Neben der preiswerten Bruttokaltmiete von 12 bis 14 DM pro qm wird das Verhältnis zur Vermieterin, der Gewerbesiedlungs-Gesellschaft (GSG), als unkompliziert und kooperativ beschrieben. Im Gewerbehof sind noch vier Etagen zwischen 255 und 419 qm zu haben. Alle sind bestens saniert und verfügen über moderne sanitäre Anlagen. Drei von ihnen haben keine Inneneinteilungen und lassen den künftigen Mietern somit alle Freiheiten der bedarfsgerechten Gestaltung. Besonders beeindruckt das noch freie Dachgeschoss: Neun Fenster tauchen die 255 qm in taghelles Licht, nach Norden und Süden eröffnen sich weite Stadtansichten.
Frau Berger
Hausmeisterin
im GSG-Gewerbehof

Die nahe Umgebung des Hofes - das Karree aus Julius- und Glasower Straße sowie Benda- und Bruno-Bauer-Straße - hat einen eigenen Charakter bewahren können. Auffällig sind vor allem die teilweise prächtigen Linden, die dem Quartier einen charmanten und organisch gewachsenen Charakter geben.

Infrastrukturell ist der Gewerbehof hervorragend erschlossen. In unmittelbarer Nähe befinden sich drei U- und zwei S-Bahnstationen sowie die Buslinien 141, 144, 170, 177, 377 und N19. Für den Individualverkehr stehen mit der Karl-Marx-Straße/Buschkrugallee und der Hermannstraße/Britzer Damm zwei überörtliche Straßenzüge zur Verfügung. Im Sommer wird die Verlängerung der Autobahn 100 (Stadtring Süd) freigegeben. Der Gewerbehof ist dann über zwei Ausfahrten direkt erreichbar. Der Abschnitt von der Tempelhofer Gottlieb-Dunkel-Straße ist fast bis zur Buschkrugallee als Tunnel angelegt, eine Lärmbelästigung daher ausgeschlossen. Auf der Tunneldecke entsteht bis Herbst 2000 ein 6,6 Hektar großer, öffentlicher Grünzug mit vielfältigen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Neubritz - gelegen zwischen dem urbanen Neuköllner Norden und dem grünen Ortsteil Britz - ist auf gutem Wege hin zu einem liebenswürdigen und mischgenutzten Quartier, zentrumsnah und gleichermaßen vorstädtisch beschaulich. Das attrakive Angebot des Gewerbehofs Neukölln leistet dazu einen handfesten Beitrag.

Spätestens um 18 Uhr kehrt wieder Ruhe ein in den Gewerbehof. Beim Abschied bemerkt Frau Berger, dass sie Neubritz sehr zu schätzen gelernt hat. Wäre sie nicht schon in Mahlsdorf im Berliner Osten verwurzelt, käme ein Umzug durchaus in Betracht.


Andreas Müller-Seedorff


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